Im Jahr 2020 hat die Selbsthilfegruppe abgesehen vom Frühjahr 2020 regelmäßig jeden Dienstag im Kulturzentrum Lagerhalle Osnabrück ihre Gruppentreffen durchgeführt. Dabei wurde über vielfältige Themen und Probleme von Gruppenteilnehmer*innen gesprochen, z. B. über schwierige Wohnsituationen, Kontakt und Zusammenarbeit mit Angehörigen, Tagesstruktur, Arbeitssituationen, Erfahrungen mit Psychopharmaka und mit Therapieformen, Strategien zum Umgang mit veränderten Lebensumständen in Folge der Corona-Pandemie. Im Frühjahr 2020 konnten die gewohnten Gruppentreffen wegen des Lockdowns nicht stattfinden. In dieser Zeit wurden ersatzweise regelmäßige Telefonkonferenzen abgehalten, bei denen sich die Teilnehmenden über ihre aktuellen Befindlichkeiten und Belastungen ausgetauscht haben.

Drei Ansprechpartner*innen der Selbsthilfegruppe standen immer wieder als telefonische Anlaufstellen für Erstkontaktsuchende und für Menschen in Krisen zur Verfügung und haben zudem Anfragen, die uns per Mail erreichten, bearbeitet. Meistens zweimal im Monat haben sich die aktiveren Gruppenteilnehmer*innen zusätzlich zum Arbeitskreis Psychiatriepolitik zusammengefunden, um weitere Aktivitäten zu besprechen und zu planen.

Der Trialog (Austausch auf gleicher Augenhöhe zwischen Angehörigen, Psychiatrie-Erfahrenen und professionell in der Psychiatrie Tätigen über verschiedene Psychiatriethemen) wurde organisiert und konnte zweimal durchgeführt werden. Die Themen im Jahr 2020 waren:

  • Recovery (Genesung) und seine Anwendungsbeispiele

  • Unterstützung für junge Psychiatrie-Erfahrene und ihre Angehörigen

Zum Informationsaustausch und zur Vertretung der Interessen der Patient*innen haben sich einige Teilnehmer*innen unserer Selbsthilfegruppe mehrmals jährlich mit Vertretern des AMEOS Klinikums getroffen. Unsere Selbsthilfegruppe ist zudem im Trauma Netzwerk Osnabrück, im Bündnis gegen Depression in Stadt und Landkreis Osnabrück und in der Psychiatrischen Arbeitsgemeinschaft in der Region Osnabrück (Sozialpsychiatrischer Verbund) vertreten und hat an der Kommunikation innerhalb dieser Netzwerke teilgenommen.

Im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit haben wir einige Pressemitteilungen verschickt, unseren Internetauftritt aktualisiert und Gruppenflyer verteilt. Wir haben außerdem immer mal wieder Bücher zu Selbsthilfe und Psychiatrie aus dem Gruppenbestand an interessierte Gruppenteilnehmer*innen ausgeliehen.

Mehrere Gruppenteilnehmer*innen nahmen auch an überregionalen Veranstaltungen teil. Dabei ging es um Formen des trialogischen Austausches und um die Krisenbegleitung im Rahmen der Selbsthilfe. Nachfolgend wurde jeweils bei unseren Gruppentreffen über diese Veranstaltungen berichtet und die neuen Erkenntnisse wurden diskutiert.

Wir haben zudem Freizeitaktivitäten unternommen, wie z. B. Restaurantbesuche und Wanderungen. In der Adventszeit haben wir eine Weihnachtskontaktaktion organisiert, bei der Kontakte zwischen kontaktsuchenden Personen vermittelt wurden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Aktion konnten so im Rahmen der Infektionsschutzregelungen mit mehr Gemeinschaft die vielleicht schwierige Weihnachtszeit verleben.

 

 

   
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